Sie befinden sich auf der Website des Projektes Smart Leger, welches sich im Rahmen der Fachgruppe E-Conomy der Schweizer Informatikgesellschaft mit den Themen Digitalisierung, Blockchain und Smart Contracts beschäftigt.
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Teil 1 - Digitalisierung als (Un)Heilsbringer der Gesellschaft

Vorbemerkung des Verfassers: Die Meinungen über die Konsequenzen der Blockchain resp. von verteilten Transaktionsbüchern (DLT's) gehen auseinander. Wenige Unternehmen setzten es sich zum Zielt, unter Mithilfe von der Blockchain neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Vielmehr geht es darum, bestehende Geschäftsfälle oder Teile der Wertschöpfung schneller und effizienter abwickeln zu können. Selten werden neue Visionen rund um eine Blockchain entwickelt, vielmehr steht die Reduktion der Kosten zur Steigerung von oft veralteten Infrastrukturen im Vordergrund. Dies zeigt sich in einer extremen Art und Weise bei den grossen Finanzinstituten, welche es in den letzten zwei bis drei Jahrzenten verpasst haben, ihre noch vorhandenen Geschäftsgewinne für die Modernisierung Ihrer Systeme einzusetzen.

Leider bedeutet die fehelende Vision im gleichen Masse, dass die Eliminierung der grössten Kostenblöcke im Zentrum steht. Die Schweiz mit ihren hohen Lebenshaltungskosten und den dafür notwendig hohen Lohnkosten bietet vor allem beim Personal vermeintliches Sparpotential, was die vielen Meldungen von Stellenabbau im ersten Semester 2018 bestätigen.

Das 2. Modul beschäftigt sich mit einer alten Herausforderung, welcher sich wachsende und entwickelnde Wirtschaftsregionen permanent stellen müssen: Welches sind die Leitplanken und Spielregeln, die eine Gemeinschaft (= Staat) den Marktteilnehmern auferlegen soll oder muss?

Inhalte
2.1 Cyberspace als Institutionenraum und Transaktionskosten - alte Ökonomie trifft auf digitale Geschäftsmodelle
2.2 Code is Law - wie sollen diese Spielregeln für digitale Geschäftsmodelle oder Transaktionen aussehen?
2.3 Wer erstellt die Spielregeln und kontrolliert deren Einhaltung?
2.4 Das Eigentum als Grundlage für Märkte - wie der Token alles Erdenkliche digitalisiert
2.5 Vom Strom über die Dampfmaschine zum Computer und zur Blockchain - Hype oder Revolution?

2.1 Cyberspace als Institutionenraum und Transaktionskosten - alte Ökonomie trifft auf digitale Geschäftsmodelle

Ein Marktplatz braucht Regeln, um nicht permanent von vermeintlich marktbeherrschenden Institutionen oder Interessensgruppen vergewaltigt zu werden (= Marktversagen). Die bisherigen Spielregeln wurden in Form von Gesetzen und Normen festgelegt. Beginnend bei der Kommune, über die Bezirke zu den Kantonen bis zum Bund werden in den Gesetzesbücher verschiedenste Themen reguliert. Es geht bei dem Ganzen um die Koordination der Verhältnisse:

- Privates Recht vor allem mit dem Obligationenrecht (Regelung von Verträgen zwischen privaten und/oder juristischen Personen)
- Öffentliches Recht (beispielsweise das Strassenverkehrsrecht in Bezug auf autonomes Fahren oder Verwaltungsrecht in Bezug auf das Bankengesetz bezüglich Kryptowährungen oder ICO's)

Hauser Zitat InstitutionenDes Weiteren werden internationale Standards definiert, welche eine Vereinfachung des Austauschs von Waren und Daten bedeuten. Dazu sind Organisationen wie die International Standardization Organisation (ISO) oder die DIN-Norm des Deutschen Instituts für Normierung ins Leben gerufen worden. Die Einführung der Single Euro Payments Area (SEPA) zeigt exemplarisch, wie ein Standard (ISO20022) durch gesetzliche Richtlinien für eine Wirtschaftsregion zur Pflicht gemacht wird. Ziel dieser Anordnung des European Payments Council war es, per 2014 sämtliche Zahlungen in EUR innerhalb der SEPA-Zone zu Inlandzahlungen zu machen. Ein klassisches Beispiel wo der Regulator dem freien Markt nicht zutraute, selbständig den besten Preis für den Konsumenten herzugeben. Wäre dies für Technologien wie die Blockchain auch denkbar?

Ein klarer Vorteil haben neue Errungenschaften wie IOT (Internet of Things) im Verbund mit einer Blockchain, wenn es um die Moral geht: Wo es heute doch regelmässig vorkommt dass ein Parkschaden vom Verursacher absichtlich nicht gemeldet wird, könnten neue Lösungen den Geschädigten schützen und den Schadenfall automatisiert abwickeln. Eine schlechte Moral wird durch einen Smart Contract ersetzt. Schöne neue Welt!

Jedoch gibt es Rechtsthemen, die aus den bestehenden Regulatorien in neue Lösungen strahlen werden: Das Wettbewerbsrecht wird auch bei digitalen Lösungen zum Zuge kommen und Konsumenten oder kleine Marktteilnehmer vor Ausbeutung schützen. Viele Gesetze sind international ausgerichtet und können entsprechend international durchgesetzt werden. Das dürfte implizit bedeuten, dass vertrauenswürdige Lösungen in rechtssicheren Staaten lanciert werden müssen. "Das geht in der Euphorie oft vergessen", so Christoph Hauser. Schöne alte Welt!

2.2 Code is Law - wie sollen diese Spielregeln für digitale Geschäftsmodelle oder Transaktionen aussehen?

In einem Markt, wo digitale Transaktionen als gesicherte Vorgänge gelten sollen, müssen die oben erwähnten Rechtsgrundlagen entweder "by System" eingebaut oder die Marktteilnehmer entsprechend vorab nach Bedingungen ausgelesen (s. Permissioned Blockchain) werden. Christoph Hauser: "Entscheidend ist: Lassen sich Verträge durchsetzen?". Bei den sogenannten Smart Contracts können Prozesse unveränderbar eingebaut werden, sodass es per se keinen Betrug geben kann. Sollen Regeln geändert werden, kann ein ebenfalls systematisch festgelegter Konsensus für Rechtssicherheit sorgen: Als Schweizer würde man sich wohl am ehesten mit der einfachen Mehrheit anfreunden können, wobei sich jegliche Modelle abbilden lassen.

Hauser Zitat WettbewerbBei einer Blockchain ohne Zugangshürden (Unpermissioned Blockchain), wie es Bitcoin ist, kann es durchaus vorkommen, dass der Regulator den demokratischen, jedoch vollkommen anonymen Netzwerken den Riegel vorschiebt. Wie gesehen in China im Frühling 2018 kann ein Staat seinen Bürgern den Handel mit Kryptowährungen verbieten. Sei dies um den eigenen Finanzmarkt zu schützen, kriminelle Machenschaften zu unterbinden oder den Bürger vor hochspekulativen Währungen zu schützen. Ob die Staaten, welche diese Verbote ausgesprochen haben, effektiv die ehrenwerten Ziele verfolgen oder schlichtweg Protektionismus betreiben, dieses Urteil sei dem Leser überlassen.

2.3 Wer erstellt die Spielregeln und kontrolliert deren Einhaltung?

Christoph Hauser: "Eine Ökonomie sollte liberal sein." Hier zeigt sich am Beispiel des Bitcoins, dass ein demokratischer Ansatz zwar stets zu bevorzugen ist, der Staat in Form seiner Währungshüter jedoch die nationalen Interessen über dessen Vorteile setzt. Hier beisst sich also quasi der Hund in den Schwanz. Der Bitcoin ist grundsätzlich die demokratischste Währung der Welt:

- Bitcoin kennt keine Grenzen
- Bitcoin kennt keine Hautfarbe
- Bitcoin kennt keine Religion
- Bitcoin kennt keine Inflation (durch unkontrollierte Schöpfung)
- Bitcoin gewährt Anonymität (mit den bekannten Nachteilen)

Somit sollten eigentlich Bürger jedes demokratischen Staates ein Loblied auf den demokratischen Bitcoin singen. Klar - man braucht heutzutage eine klassische Währung (FIAT), um überhaupt an Bitcoins zu kommen und die Geldmenge sollte gemäss Schulbuch mit der Volkswirtschaft atmen können. Und es ist vermutlich nicht im Sinne des immer noch unbekannten Erfinders vom Bitcoin, dass sich die Kryptowährung zwischenzeitlich vor allem durch spekulative Interessen in den Schlagzeilen hält. Trotzdem ist der Bitcoin der Entwurf eines völlig bedingungslosen Zahlungsmittels, der erwartungsgemäss von den Währungshütern verteufelt wird. Im Fall vom Bitcoin wird ein weiteres hochaktuelles Themenfeld unserer Gesellschaft einbezogen: Anonymität vs. Sicherheit. Eine der Kernfragen dürfte zwischenzeitlich nicht mehr nur den Verschwörungstheoretikern überlassen werden: Wieviel Daten gebe ich zu Gunsten eines vermeintlichen Schutzes her?

Damit nun solche revolutionäre Entwürfe nicht wieder zu Tode reguliert werden müssen, sollten sich die zukünftigen Lösungen an den bestehenden Regulatioren ausrichten oder zumindest unter Einbezug bestehender Rechtsnormen entwickelt werden. Jedoch dürfte es per Mitte 2018 kaum Juristen geben, die sich rechtsverbindlich zu einem Code in einem Umfeld ohne Gerichtserfahrungen äussern. Sobald sich die Teilnehmer an einer Permissioned Blockchain mit den Grundbedinungen rechtsverbindlich einverstanden erklären, sollte der Vollzug von privatem oder öffentlichem Recht möglich sein. Bei den unpermissioned stehen wir implizit vor Rechtsgrenzen im Bezug auf Länder oder Regionen:  Geht im Rahmen eines Smart Contract in China etwas schief, dürfte die Durchsetzung ohne Rahmenverträge kaum möglich sein. Und die grösste Herausforderung stellt gleichzeitig die wichtigste Bedingung dar: Die gesicherte Digitale Identifikation von natürlichen Personen im internationalen Kontext.

2.4 Das Eigentum als Grundlage für Märkte - wie der Token alles Erdenkliche digitalisiert

Bevor ich eine Sache erwerben, veräussern, versichern oder aus einem anderen Grund bewerten will, muss ich in dessen Eigentum sein (vs. Besitz). Christoph Hauser: "Die Sicherstellung von Eigentum ist zentral für Normen! Eigentum ist die Voraussetzung für den Tausch - das kann die Blockchain perfekt abbilden!".

Hauser Zitat EigentumWenn es keine Parteien gibt, die das Eigentum garantieren, würde das Eigentum mittels Faustrecht festgelegt. Glücklicherweise kann diese Rechtssicherheit zwischenzeitlich in fast allen Industrieländern als Standard bezeichnet werden. Solche Sicherheiten werden heutzutage jedoch mit hohem Aufwand und alten Systemen aufrecht erhalten: Das Hauseigentum ist im Grundbuchamt hinterlegt. Das Eigentum eines Autos ist in der Schweiz bei Dutzenden Strassenverkehrsämter hinterlegt. Andererseits sind Sachwerte wie Bilder in Register hinterlegt, welche jedoch rein privaten charakter haben.

Um nun ein Objekt digital handelbar zu machen, werden Token als sogenannte Wertmarken erstellt. Oft werden Token als synonym für Coins wie den Bitcoin verwendet, jedoch greift das zu kurz. Eigentlich wird die Idee eines verbrieften Pfandes in die digitale Welt übertragen: Ein Token kann zum Beispiel im Fall des Kunstobjektes dessen Herkunft zeigen, die Besitzerwechsel und die aktuellen Eigentumsverhältnisse aufzeigen. Das ermöglicht ein relativ einfaches Handeln des Objektes ohne Zertifikate oder Nachweise. Auch beim Diebstahl könnte das Objekt entsprechend in einer Blockchain markiert werden und im "offiziellen" Handel kaum mehr handelbar sein. Auch gibt es bereits Projekte, wo sich das Eigentum auf Hunderte von Käufern aufteilen lässt - mit einem geringen Einsatz lässt mich die Blockchain zum Picasso-Teilhaber werden.

Die wirklich grosse Herausforderung stellt die unveränderliche und unzertörbare Markierung des physischen Objektes dar. Ein digitales Siegel oder eingearbeitete Chips mögen hier technisch gesehen Abhilfe leisten, jedoch dürfte das Vertrauen in diese digitalen Mechanismen ab einem gewissen Warenwert nicht mehr genügen.

2.5 Vom Strom über die Dampfmaschine zum Computer - Blockchain ein Hype oder eine Revolution?

Evoltion IT In der von mir verwendeten Grafik beim Vortrag 2017 an der Hochschule für Informatik in Luzern habe ich die Blockchain als Teil der Digitalen Transformation aufgezeigt. Nachdem die zentralen Grossrechner im Laufe der 90er-Jahre durch das Internet Konkurrenz erhielten, dürften die webbasierten Anwendungen und Services zwischenzeitlich einen grossen Teil der digitalen Anwendungen ausmachen. Seitdem nach der 2000er-Wende die mit dem Internet verbundenen Geräte eine eigene Netzidentität erhalten, wird die Idee des Internet of Things (IOT) immer konkreter. Damit verbunden ist die dezentrale Behandlung der Netzteilnehmer resp. der Maschinen, was die Idee der Distributed Ledger Technologien (DLT's) widerspiegelt: Dezentrale Haltung von Daten ohne zentrale Autorität. Somit steht dem autonom fahrenden Fahrzeug oder dem Milch bestellenden Kühlschrank definitiv technologisch gesehen nicht mehr viel im Weg. Die bereits im Punkt 2.1 behandelten Rechtsfragen inkl. der Haftungsfrage dürften bei den nachwachsenden Generationen "rechtssicher by system sein. Hier wehrt sich die Zunft der Rechtsanwälte analog Teilen der Banken gegen eine mögliche (oder voraussichtliche) Disruption.

Insofern ist es meines Erachtens nicht zielführend, die Blockchain isoliert als die kommende Revolution anzuschauen. Seit den 90ern verändert sich alle paar Jahre das Verhalten der Menschen, die über Internetzugang verfügen. Das E-Mail als erste echte Veränderung im Kommunikationsverhalten wird über kurz oder lang die Postkarte zum Nostalgie-Produkt verkommen lassen. Dass per 2018 rund die Hälfte der Schweizer über das Internet resp. über Applikationen wie WhatsApp o.ä. sich unterhalten, zeigt die Disruption bei den Telekomanbietern auf, die sich deshalb zwingend die Internetangebote sichern mussten. Den grössten Einfluss jedoch hatten, haben und werden die Social Media Riesen haben! Denn diese stellen nicht nur Services zur Verfügung, sondern werden automatisiert Bedürfnisse entwickeln und ausrollen, sodass der (bis dahin gefügige) User sich in Bequemlichkeit windet und bewusst seine Daten zu Gunsten der eigenen Null-Grenzkosten preis gibt (siehe Jeremy Rifkin auf Wikipedia).

Es gibt auch Meinungen, welche die Blockchain mit der Industriellen Revolution zu Beginn des 19. Jahrhunderts gleich setzen. Damals wurden die Handwerker und Bauern in Fabrikationshallen gelockt, um in einem bis heute gebliebenen Arbeitstag rund einen Drittel des Lebens mit der Arbeit zu verbringen. Wenn man nun davon ausgeht, dass das die meisten Objekte mit dem Internet kommunizieren, durch künstliche Intelligenz unterstützt und mit einem Smart Contract Transaktionen automatisiert abwickeln, dann stellt sich ernsthaft die Frage: Welche Rolle spielt der Mensch in diesem Umfeld?

 
2.5 Voraussichtliche Folgen der Digitalisierung - mögliche Lösungsansätze

Man muss kein Hellseher oder Ökonom sein, um die anstehenden Probleme einigermassen vorausahnen zu können. Als Spezialist im Bereich Cash Management erlebte ich bereits in den 90er-Jahren die disruptiven Auswirkungen der Digitalisierung: Mehrere Tausend MitarbeiterInnen im gesamten Finanzplatz Schweiz wurden wegen der breitflächigen Einführung vom E-Banking und von zentralen Verarbeitungszentren mich Lesemaschinen entweder entlassen oder wenn möglich in andere Bereiche versetzt. Mit dem Trend zur Zentralisierung von "geschäftsfremden" Prozessen werden regelmässig ganze Abteilungen an Service Dienstleister in der Schweiz oder vielmehr ins Ausland ausgelagert. Wie in der Einleitung beschrieben gerät der Schweizer Arbeitsmarkt zu Lasten des Shareholder Values immer mehr unter Druck. Und die Digitalisierung dürfte da in den kommenden Jahren als Brandbeschleuniger wirken und den Druck erhöhen.

Die von der Blockchain-Community propagierte Lösung ohne Mittelsmann wird sich erst noch beweisen müssen. Einerseits weil der Erfolg eng mit dem Vertrauen verknüpft ist und andererseits weil sich eine moderne Gesellschaft durchaus umdenken kann - siehe Atomenergie. Mitte der 60er-Jahre gab es Schuhläden, in denen man mit einer modernen Maschine namens Pedoskop die optimale Grösse der Schuhe prüfen konnte (siehe Wikipedia). Man stellte sich mit den Schuhen in ein Gerät und sah dann auf einem Bildschirm, ob die Zehen genügend Platz haben. Nachdem bekannt wurde, dass Röntgenstrahlen gesundheitsschädigend sind, verschwanden diese Geräte schnell aus den Geschäften. Die für 2019 angekündigten 5G-Netzte stossen bei Wissenschaftlern und Ärzten zum Teil auf heftige Kritik (siehe Artikel im Beobachter). Es könnte also sein, dass wir uns in den kommenden Jahren die Frage stellen müssen, welches gesundheitliche Risiko wir für den ultimativen Homo Digitalis bereit sind einzugehen.

Grosse Player wie Banken, Versicherungen oder Telekomanbieter werden alles daran setzen, sich mit der Politik und Lobbies an alten Paradigmen festzuhalten. Es bleibt die Befürchtung, dass diese Häuser mit der Blockchain keine visionären Geschäftsmodelle entwickeln werden, sondern damit eine runzlige und schon etwas gährende Zitrone noch stärker auspressen wollen. Wo früher Banken, Versicherungen oder Automobilhersteller das Ranking um die Wirtschaftlichen Schwergewichte unter sich ausmachten, ragen heute Unternehmen mit einem Bruchteil deren Belegschaften die grossen IT-Unternehmen vom Tron. Sollte der Wirtschaftskreislauf der VWL weiterhin bestand haben, dann geht die Rechnung mit den Einkommen der Haushälter und den Ausgaben schon bald nicht mehr auf. Umso wichtiger sind die Diskussionen, ja sogar Abstimmungen um ein Mindeseinkommen (welches nicht bedingungslos sein muss) und die Robotersteuer, wo verloren gegangen Kaufkraft durch Maschinen wieder in den Humanen Kreislauf gelangt.

Die Schweiz dürfte nicht darum herum kommen, die hitzigen Preis- und Einkommensverhältnisse abzukühlen. Will heissen: Möglichst verträglich auf Einkommen verzichten und gleichzeitig die Kosten eindämmen. Ein Hochseilakt wie es ihn vermutlich noch nie gab und den nur eine Volkswirtschaft mit Weitsicht und Verstand schaffen kann. 

Ein weiterer präventiver Ansatz wird im Ausbildungssystem zu finden sein. Das flexible Bildungssystem kann den Jungen helfen, sich besser auf die kommende Arbeitswelt vorzubereiten: Projektbasierte Tätigkeiten, Bewerbung um Projekte im Wettbewerb mit globaler Konkurrenz, sogenannte virtuelle Arbeitsteams.

Eines ist sicher oder darauf würde ich wetten: Es wird keine künstliche Intelligenz die Lösung für die Herausforderungen finden, welche sich durch die Digitalisierung ergeben. Es bleibt zudem abzuwarten und zu hoffen, dass uns die Grossmächte dieser Erde nicht mit smarter Technologie ins 18. Jahrhundert zurückbomben. Denn eines haben alle Revolutionen - vom Geld über die Pharma bis zum Internet - gemeinsam: Militärische Interessen warten treibend und haben unglaubliches Unheil angerichtet!